Früher musste man den Drachen töten und die Jungfrau heiraten. Heutzutage gibt es keine Jungfrauen mehr, daher muss man den Drachen heiraten.

 

  • Samstag
  • 18.Februar 2012

Liebe FP: Wir hören euch nicht mehr zu!

Stammleser wissen: hier gehts selten politisch zu. Es gibt jedoch Ereignisse, die mich zu sehr ärgern, als dass ich still darüber hinwegsehen kann. 

In den letzten Wochen musste die FPÖ eigentlich nur still halten - die ziemlich seltsame Politik der Regierungsparteien hätte ohnehin für Massen an neuen Blau-Wählern gesorgt. Das war der Truppe allerdings offenbar zu langweilig, denn seit einiger Zeit wird in der Propaganda-Abteilung der Blauen offenbar 24 Stunden täglich überlegt, wie man das Niveau der politischen Berichterstattung noch weiter absenken kann. HC Strache verbreitet etwa auf seiner Facebook-Fanseite eine Beispielrechnung, die aufzeigen soll, wie viel Geld angeblich Asylwerber in Österreich vom Staat bekommen - mit erfundenen, viel zu hohen Zahlen, offensichtlich um Hass und Missgunst zu schüren. Die HC-Fans johlten auf der Strache-Facebookseite in den Kommentaren und verkündeten lautstark Dinge wie "Hauts des ganze Gsindel ausse" und ähnlich menschenfreundliche Dinge mehr. Ironischerweise würden Wortschatz und Rechtschreibung mancher der kommentierenden Fans eher nicht ausreichen, um selbst eine Einbürgerung (oder auch nur einen Hauptschulabschluss) zu schaffen, aber das nur nebenbei.

Der Verein SOS Mitmensch hat auf seiner Website dagegen protestiert und korrekte Zahlen verwendet - worauf Strache eine neue Version der geschwindelten Berechnung präsentierte und SOS Mitmensch umgehend via OTS-Presseaussendung von der FPÖ scharf mit Vorwürfen beschossen wurde.

APA-OTS (das Pressetext-Service der österreichischen Presseagentur) ist überhaupt ein Lieblingsspielzeug der blauen Propaganda. Hier werden vom Freiheitlichen Parlamentsklub und der FPÖ Wien grausliche und menschenverachtende Pressemitteilungen fast im Stundentakt veröffentlicht - mit Titeln wie "SOS-Mitmensch als Nutznießer der Einwanderungsmafia" oder "Schicker möchte von Kinderschändern in seinen Reihen ablenken". Besonders der FP-Generalsekretär Vilimsky dürfte besonders "begabt" sein, Ideen für gehässige OTS-Texte zu erfinden (alle ohne Verlinkung, um diesem Kasperltheater nicht noch mehr Bühne zu geben). Martin Glier, der Leiter der FP-Pressestelle im Parlament diskutiert via Twitter ziemlich scharf mit dem Falter-Journalisten Florian Klenk, mit ORF-Anchorman Armin Wolf und anderen Journalisten - das gemeine Volk dürfte der gute Mann allerdings als lästig empfinden. Denn auch wenn man ihn direkt antwittert und etwas fragt -  Antworten bleibt er leider schuldig, sofern man bei keiner Zeitung arbeitet oder sonstwie "wichtig" erscheint. Dabei wären seine Ansichten durchaus erklärungsbedürftig. Er ist etwa der Meinung, dass Uwe Scheuch zu Recht noch nicht zurückgetreten ist, dass Presseförderung ein großzügiges Geschenk der Parteien an Zeitungen ist und auch, dass in der Regierungszeit der FPÖ sich niemand die Taschen vollgestopft hat.

Ein Kommentar von Hans Arsenovic auf einen meiner Tweets gestern war schließlich für mich der Ausschlag dafür, einen persönlichen Schlußstrich zu setzen: hören wir einfach nicht mehr zu! Entfolgt FP-Propagandamenschen auf Twitter, lest keine OTS-Texte der FP mehr, klickt auf FP-Facbeook-Fanseiten auf "Gefällt mir nicht mehr". Meldet Facebook-Seiten gegebenenfalls als "Hassrede oder persönlicher Angriff" (sowohl "Gefällt mir nicht mehr" als auch "Seite melden" findet man ganz unten in der linken Navigationsleiste). Verbreitet die Botschaft weiter - via Twitter, via Facebook, persönlich.

Ignoriert die FP einfach. Jede Wortmeldung, jede Antwort, jede Stellungnahme, jeder Tweet ist zuviel und gibt den Blauen mehr Bühne, als sie mit ihrer Politik der Missgunst verdient haben.

 

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1 Kommentar »

  • #1

    Gravatar Comment von Etosha am 24.Februar 2012 um 15:09

    Ich bin da ebenso hin- und hergerissen. Ja, es ärgert mich, dass jeder Furz, den HC Strache von sich gibt, tausendfach wiederholt wird, nicht aufgebauscht, sondern an Wichtigkeit größer gemacht, als er eigentlich ist; zB gerade eben von Vienna Online auf FB: “HC sagt xy, was meint ihr dazu?” Gerade von Medien, die eigentlich ganz andere Aufgaben haben, würde ich erwarten, dass sie diese Wiederkäuerei bleiben lassen. Da habe ich auch ganz klar das Gefühl: “Don’t feed the troll”.

    Auf der anderen Seite gehört solchen Propagandapostings wie dem mit dem Finanzvergleich “Familie Asyl gegen Familie Immabravhackeln” etwas entgegengesetzt. Auch einer unserer gemeinsamen Freunde hatte es gepostet; ich hab da schon überlegt, ihm das nochmal neu vorzurechnen, dann aber einfach kommentiert, dass man ja “im übrigen Leben auch immer erwartet, dass 5 Äpfel 3 Birnen ergeben”.

    Ich bin aber vor allem dafür, dieser oft unterschwelligen Gehässigkeit im wirklichen Leben(!) mit klaren Aussagen entgegenzutreten. Hab etwas Entsprechendes letztens erlebt, wo ein mir neu bekannter Mensch auf die bösen Asylanten und sonstigen ausländischen Tachinierer losging – dem hab ich freundlich, aber sehr deutlich meine Meinung gesagt. Dass ich die steuerliche Betreuung von Taxifahrern überhabe, die zu 99,9% Inder, Polen und Tschechen sind, die ihre vierteljährlichen SVA-Vorschreibungen und ihre ESt-VZ ebenso einzahlen wie er, und dass ich dagegen den so vielbesungenen Sozialschmarotzer ausländischer Herkunft noch nie persönlich getroffen habe, und ob er vielleicht…? Da wurde sehr heftig zurückgerudert, und zwar mit völlig überraschtem Gesichtsausdruck.
    Vielleicht brauchen die Menschen Kontra, eine andere Perspektive, andere Potentiale. Die sollte man ihnen nicht vorenthalten, indem man sie ihrem eigenen Sud überlässt, den die Blauen mit ihrem Dreck würzen.

    Es wird ja unter anderem darauf spekuliert, dass der “intelligente Mensch” sich auf gar keine Diskussion mehr einlässt, und die Aussagen des rechten Flügels irgendwann völlig unwidersprochen stehenbleiben. Das kann gut sein (weniger Echo = weniger Energie) – muss aber nicht (kein Widerspruch = alle sind dafür).

    Insofern: Jein. :) Aber guter Eintrag, finde ich. Immer schön her mit den klaren Worten!


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