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Neue Regelungen für Webshops (die auch nach Deutschland verkaufen!)

Heute tritt für Webshops in Deutschland die sogenannte "Buttonlösung" in Kraft. Diese regelt Informationspflichten von Webshops sowie die Beschriftung des Bestellbuttons - "Bestellen" oder "Anmelden" reicht nicht mehr aus, es muss auf die Kostenpflicht hingewiesen werden. Für österreichische Shopbetreiber ist das insofern interessant, da die Vorschriften auch für deren Shops gelten, sofern auch nach Deutschland verkauft werden soll. Bei regelwidriger Gestaltung des Shops kommt nämlich zwischen Käufer und Verkäufer kein rechtswirksamer Vertrag zustande!

Meine persönliche Meinung dazu: wer in einem Onlineshop einkauft und dann auf "Bestellen" klickt, dem sollte der gesunde Menschenverstand sagen, dass damit Kosten auf ihn zukommen könnten. Die deutsche Forderung nach Buttons auf denen nun z.B. "Kostenpflichtig bestellen" stehen muss, richtet sich wohl gegen die Unzahl an unseriösen Web-Angeboten (Stichwort: Abofalle). Doch es ist wohl nicht damit zu rechnen, dass sich genau diese betrügerischen Betreiber an die neuen Vorschriften halten werden. Wer sich freuen wird, sind die bundesdeutschen Anwälte. Denn das Abmahnwesen wird in den kommenden Monaten einen neuen Höhepunkt erreichen.

Detailliert zusammengefasst finden sich die genauen Informationspflichten sowie rechtsgültige Buttonbeschriftungen auf der Website der Wirtschaftskammer - eine Überprüfung und ggf. der Umbau bestehender Shops auf die neuen Vorschriften ist anzuraten, wenn man weiterhin mit Kunden  aus Deutschland Geschäfte machen möchte. Andere Möglichkeit: Deutschland als Bestelladresse im Shop eindeutig ausschließen!

Wer kriegt die Bilder aus dem Nacktscanner?

Derzeit wird ja heftig diskutiert, ob die sogenannten "Nacktscanner" künftig zum Einsatz kommen sollen. Ein Marketing-Desaster war ja bereits, daß irgendein Schreiberling die Geräte als "Nacktscanner" bezeichnet hat, denn das klingt natürlich schon weit bedrohlicher als Ganzkörperscanner und keiner hat sich ernsthaft gegen diese Bezeichnung gewehrt. In Deutschland brachte die Bild-Zeitung Photoshop-Montagen als "echte" Scannerbilder und verunsicherte so die Bevölkerung noch zusätzlich. Aber unabhängig davon, daß die flächendeckende Versorgung jedes Pipifax-Mini-Flughafens mit solchen Geräten Unsummen an Geld verschlingen würde (und wenn nicht wirklich JEDER Flughafen damit ausgerüstet ist, bringts genau so viel, wie wenn keiner die Geräte einsetzt) - über eines der Hauptprobleme wurde noch gar nicht geredet. Zumindest nicht öffentlich: das Problem der Datensicherheit.
Nehmen wir an, ein Attentäter schafft es wirklich, daß er Sprengstoff an Bord eines Flugzeugs mitnimmt, obwohl er von einem "Nacktscanner" durchleuchtet wurde. Nehmen wir weiters an, der Attentäter sprengt tatsächlich das Flugzeug. Im Nachhinein wird dann ein "Schuldiger" gesucht, unser Rechtssystem basiert nun einmal auf Verantwortlichkeiten. Um den Mitarbeiter am Scanner sowie den Hersteller des Scanners zu entlasten muss zweifelsfrei nachgewiesen werden, daß auf dem Scannerbild der Sprengstoff nicht zu erkennen war. Zum Zweck der nachträglichen Beweisführung im Schadensfall müssen also zwingend die Bilder aufgezeichnet und namentlich zugeordnet gespeichert werden. Das bedeutet aber, daß somit nach jeder Flugreise mindestens zwei Ganzkörper-(Fast-)Nacktbilder von jedem Flugreisenden vorhanden sind, die mit Name, Herkunftsland, Flugnummer und vielen weiteren Informationen in einer Datenbank landen. Und je nach Land wird der Zugriff auf diese Datenbank unterschiedlich einfach sein (je nachdem, mit wieviel Geld man die Wächter dieser Daten bestechen muss, um einen oder auch alle Datensätze kopiert zu bekommen). Es ist kaum davon auszugehen, daß man die Speicherung seiner Bilder ablehnen wird dürfen bzw. daß man erfährt, wer diese Speicherung vornimmt und in welchen Datenbanken man letztlich landet.
Nun fliegt ja der Mensch aus dem Gemeindebau ohnehin nicht so oft in der Weltgeschichte spazieren und ein Bild vom bierbäuchigen Hansi Meyer ist auch eher unspannend - anders schauts bei prominenten Vielfliegern wie etwa Schauspieler(innen), Sänger(innen) und dergleichen aus. Es ist damit zu rechnen, daß schon sehr bald Scannerbilder auch von Promis im Internet auftauchen werden, die Nacktfotos bisher abgelehnt haben. Und auch die Behauptung mancher Starlets, am Busen wäre nicht nachgefüllt worden, wird sich sehr bald sehr einfach überprüfen lassen - einfach auf den nächsten Flug des Busenwunders warten und kurz drauf auf einschlägigen Pages selber nachschauen.
Ich glaube nicht, daß sich Länder wie Italien, die ja bereits beschlossen haben, die Scanner einzusetzen solche Gedanken bereits gemacht haben und ich glaube auch nicht, daß gerade dort irgendjemand sich um die nötige Datensicherheit kümmern wird. Das Problem ist meiner Meinung nach nicht, daß sich die Mitarbeiter am Scanner die Bilder ansehen dürfen, sondern daß die Weiterverwendung dieser Daten nicht geklärt ist - aufgrund der bisher nicht darüber stattfindenden Diskussion offenbar noch nirgends. Und so lange dieser Punkt offen bleibt, ist der Nacktscanner tatsächlich ein Angriff auf die Würde des Menschen.

Staatliche E-Mail-Adresse? Die Türkei zieht das durch!

Ab dem kommenden Jahr bekommt laut einem Artikel auf welt.de jedes neugeborene Baby in der Türkei ein "Geschenk" vom Staat: eine E-Mail-Adresse mit 10 GB Speicherplatz, die ein Leben lang gültig sein soll und auch in den Personalausweis gedruckt wird. Nach und nach soll jeder Türke eine solche Mailadresse bekommen, die vor allem zur Kommunikation zwischen Staat und Bürgern dienen soll. Tayfun Acarer, der Chef der Regierungspartei BTK betonte, das Projekt diene vor allem der "nationalen Sicherheit", weil bisher fast der gesamte Mailverkehr über Server im Ausland laufe. Das soll aufhören: "Ausländische Dienste wie Yahoo und Google werden nicht mehr genutzt werden", meinte er.

Es klingt danach, als würden diese Dienste sehr bald (wie tausende andere Websites auch) in der Türkei nicht mehr abrufbar sein. Im Irak unter Saddam Hussein war der Mailverkehr ähnlichen Restriktionen unterworfen, alle Mails wurden von staatlichen Stellen mitgelesen und gegebenenfalls zensiert. Aber Tayfun Acarer dürfte nach ersten Meldungen eher darauf vertrauen, daß sein Maildienst gemeinsam mit der ebenfalls geplanten "türkischen Suchmaschine" populär genug sein wird, um ausländische E-Mail-Anbieter zurück zu drängen. Man darf gespannt sein, ob dieser Plan nicht doch nur mittels Zensur umzusetzen ist (was wohl niemand ernstlich wundern würde).

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis "den Fekters dieser Welt (© Helge Fahrnberger)" ähnliche Ideen kommen. Es wundert mich ja, das Österreich die staatliche Zwangsadresse nicht schon längst eingeführt hat. Bei jedem anderen Unsinn müssen wir ja auch immer als "Musterland" vorne dabei sein, wurscht ob etwas langfristig Sinn hat oder nicht.

24 Stunden Wiener Linien visualisiert

Max Kossatz aus Wien hat den Fahrplanserver der Wiener Linien so lange mit via Perl-Scripts automatisierten Anfragen gequält, bis er eine vollständige Datenbasis aller fahrplanmäßigen Bewegungen der Busse und Strassenbahnlinien von Wien ermittelt hatte (Details zur technischen Umsetzung findet man in seinem Artikel). Immerhin entstand so eine Datenbank mit 1048 Haltestellen von 44 Buslinien, 29 Straßenbahnlinien und 18 Nightline-Bussen, die innerhalb von 24 Stunden 510.026 Mal angefahren werden. Diese Daten hat er geocodiert und in einem Youtube-Video visualisiert - das Resultat ist eindrucksvoll.

Ich denke man bekommt ein Gefühl dafür wie wichtig und logistisch aufwendig der öffentliche Nahverkehr ist und das dieser ruhig etwas kosten darf!

Am schönsten ist das Video in hoher Auflösung als Vollbild!

Das zugehörige Weblog "Wissen belastet" findet sich schon länger in meiner täglichen Leseliste, denn dort finden sich öfter ungewöhnliche Analysen (vor kurzem aktuell etwa die Wahlprogramme der bundesdeutschen Parteien als Tag-Cloud) und wirklich knackige Kommentare - eine echte Leseempfehlung.

PDF und PPT in Website einbetten – ohne Acrobat oder Powerpoint!

Normalerweise ist es nötig, dass der Seitenbesucher den Acrobat Reader bzw. Powerpoint installiert hat, wenn man PDF- oder PPT-Dateien in eine Website einbetten will. Das Online-Tool Google Docs bietet ein undokumentiertes Feature, mit dem man solche Dateien in Websites einbetten kann, ohne dass die Seitenbesucher ein anderes Programm als den Browser benötigen! Die Dateien müssen dazu nicht in Google Docs hochgeladen werden, müssen aber online verfügbar sein. Der Trick funktioniert in jedem Browser, der iFrames und Javascript kann.
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Canon-Kamera per USB fernbedienen

Mit der Windows-Freeware CuteCanonCapture lassen sich einige Canon-Kameras per USB fernsteuern. Einfach eine unterstützte Kamera per USB an den PC anschliessen, Programm starten und die wichtigsten Funktionen inkl. Zoom lassen sich damit steuern.

canon_cameraremote

Das Tool soll mit folgenden Canon-Modellen funktionieren:

  • PowerShot A620
  • PowerShot S80
  • PowerShot S3 IS
  • PowerShot G7
  • PowerShot A640
  • PowerShot S5 IS
  • PowerShot G9
  • PowerShot SX100 IS
  • PowerShot G10
  • PowerShot SX110 IS

Als Anwendungsmöglichkeiten fallen mir auf Anhieb Tierfotografie und Aufnahmen aus großer Höhe (etwa an einer Verlängerungsstange für Putzgeräte - die Idee trag ich schon längere Zeit mit mir herum!) ein.
Notiz an mich selber: ausprobieren - netterweise ist meine Kamera bei den unterstützten Modellen dabei.
(gefunden bei Lifehacker)

Demokratie via E-Voting kostete 403 Euro pro Stimme

Das Wissenschaftsministerium hat die Kosten für das E-Voting bei der ÖH-Wahl bekanntgegeben. Zur Erinnerung: das E-Voting ist eine Möglichkeit, auf elektronischem Wege seine Stimme bei einer Wahl abzugeben, etwa via Internet. Bei der Wahl zu Österreichischen Hochschülerschaft (die Interessensvertretung der Studenten) wurde so ein System zum Einsatz gebracht. Laut einem Bericht der futurezone hat die Aktion genau 871.655 Euro gekostet. Es waren 59.241 Personen wahlberechtigt, davon gaben genau 2.161 ihre Stimme via E-Voting ab. Eine Stimme kostete den österreichischen Steuerzahler somit etwas über 403 Euro. Die Studiengebühren je Semester sind billiger...

Die Kostenaufstellung ist ebenfalls sehr interessant: die verwendete Software kostete 66.000 Euro, die Zertifizierung dieser Software durch A-SIT fast genauso viel, nämlich knapp 55.000 Euro. An die Studierenden wurden Kartenlesegeräte gratis ausgegeben, die kosteten knapp 105.000 Euro, also etwa 48 Euro pro Stimmabgabe. Die Bewerbung des E-Voting mittels Zeitungsannoncen und Verteilaktionen schlug mit 245.000 Euro ein fettes Loch in die Kasse. Meinungsforschung zum Thema E-Voting wurde um 47.800 Euro betrieben, zwei "Meinungsbilder zum Thema E-Voting" wurden mit etwas über 26.000 Euro honoriert. Die Evaluierung des Projekts ist mit 50.000 Euro budgetiert: "Die Evaluierung will das Ministerium nach Fertigstellung auf seiner Website publizieren, ein Termin dafür stehe noch nicht fest" - wenns fertig is, isses fertig, alleine diese Einstellung zur Arbeit zeigt, wie man im Ministerium fleißig ist. Könnte ich mir so bei meinen Kunden nicht leisten.

Das E-Voting bei der ÖH-Wahl ist ein Musterbeispiel, wie hierzulande Geld aus dem Fenster geschaufelt wird. Wäre interessant zu erfahren, auf welchem Wege die beteiligten Unternehmen an die Aufträge gekommen sind: Chipkartenleser etwa kriegt man selbst als Endverbraucher beim Bin-doch-nicht-blöd-Markt um denselben Preis, es verwundert also, dass ein Ministerium bei mehr als 2000 bestellten Kartenlesern keinen besseren Preis bekommt. Und - was genau passiert bei der "Evaluierung" um 50.000 Euro? Wer weiß, was ein "Meinungsbild" um 26.000 Euro können sollte? Warum kostet die Zertifizierung nahezu gleich viel wie die Software? Wen muss man schmieren, um solche Aufträge überhaupt zu kriegen?

Ich komme immer mehr zum Schluss, in der falschen Branche zu sein: für Produkte wird wesentlich weniger bezahlt als fürs gscheit reden rundherum. Wundert euch also nicht, mich eines Tages in der Consultingbranche wieder zu finden :-)

Neues Hobby: Plastikdosen suchen

Die Vorgeschichte: ich hab ein neues Handy bekommen (ein Nokia E51, für die ganz genauen). Beim Herumspielen ist mir aufgefallen, dass dieses Ding offenbar auch mit externen GPS-Empfängern zusammenarbeitet und Navigationsfunktionen eingebaut hat. Flugs hab ich in einige Tage später in ebay einen gebrauchten Holux-GPS-Empfänger mit Bluetooth um sensationelle 5 Euro nochwas ersteigert, einfach um das mal auszuprobieren. Und es funktioniert tatsächlich hinreichend gut und flott.
Wiederum einige Tage später bin ich beim Websurfen über einen alten Artikel über Geocaching gestolpert. Das ist eine Art Schatzsuche mit GPS-Empfänger - die Verstecke kann man im Internet anhand der Längen- und Breitenangabe abrufen und mit einem GPS danach suchen. Vor Ort ist dann meist eine Plastikdose gut versteckt (in Größen von der Rollfilmdose bis zum Kanister), in der sich mindestens ein Logbuch befindet, in das man sich einträgt. Bisher hatte ich das noch nie ausprobiert, schlicht weil ich erstens nicht im Besitz eines GPS gewesen wäre und ich das zweitens für reichlich kindisch und ziemlich sinnlos gehalten hab, als ich erstmals drüber gelesen habe. Ist es wohl auch, aber das steht auf einem anderen Blatt. Es war jedenfalls eine gute Möglichkeit, die Funktion des Handy-GPS zu testen, also hab ich mich bei geocaching.com für einen kostenlosen Account angemeldet und die Sache ausprobiert.
Das Finden einer Plastikdose, wenn die Koordinaten bekannt sind, klingt sehr einfach, ist es aber nicht: GPS ist ja nicht zentimetergenau, sondern hat je nach örtlicher Empfangsstärke der GPS-Signale nur eine Genauigkeit von etwa 5 Metern, meist noch mehr. Außerdem sind die Caches natürlich hervorragend getarnt, damit Unkundige (frei nach Harry Potter: Muggels) die Dose nicht auf den ersten Blick finden und womöglich wegwerfen oder zerstören. Immerhin gibt es in Österreich mehr als 9500(!) Caches, weltweit sind es mehr als 800.000 Stück. Das Finden eines Caches kann durchaus eine Geduldsprobe werden, wenn man etwa in einem Wald mit schlechtem GPS-Empfang ein mögliches Gebiet von 100 m² und mehr durchsuchen muss, um einen Cache in Größe einer Filmdose zu heben. Zusätzlich sollte man natürlich beim Heben des Caches nicht unbedingt von Muggels beobachtet werden.
Sinn der Sucherei: keiner. Zu gewinnen gibts auch nix. Allerdings führt einen die Suche an Plätze, die man sonst nie im Leben gesehen oder aufgesucht hätte. Und das ist in vielen Fällen unbezahlbar.
Ich hab jedenfalls ab sofort eine neue Kategorie dafür eingerichtet und werde in loser Folge drüber berichten, Tools und Hilfmittel vorstellen und Software fürs Handy testen. Meine "Erfolge" gibts minutenaktuell in der Seitenleiste oder auf meinem geocaching.com-Profil nachzulesen.

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