WhatsApp-Betrug 2026: bitte nicht „für Eliska abstimmen“ – so schützt du dein Konto!

Stand: 24.9.2026 00:30 tl;dr; -Disclaimer: Datenverlust möglich. Kontoverlust auch.

Servas! Kannst ma bitte a Gunst erweisen und für die Eliska abstimmen? Sie is die Tochter von freunde von mir. Der erste Preis wär a gratis Tanzkurs, des wär echt ur wichtig für sie! Danke dir!

und dazu ein Link, meist zu gauditanz DOT de

Diese WhatsApp-Nachricht klingt nach einer freundlichen Bitte unter Freunden, kann dir aber dein WhatsApp-Konto kosten. Denn dahinter steckt eine aktuelle Betrugsmasche, mit der Hacker versuchen, fremde WhatsApp-Accounts zu übernehmen.

WICHTIG, deshalb gleich jetzt zu Anfang:
was tun, wenn du so eine Nachricht bekommst?

  • Nicht auf den Link klicken.
  • Keine Telefonnummer auf der Seite eingeben.
  • Keinen QR-Code scannen.
  • Keinen WhatsApp-Code oder Kopplungscode eingeben oder bestätigen.
  • Und auch bei bekannten Absendern über einen anderen Weg (telefonisch!!!) nachfragen.

Denn die Nachricht kann tatsächlich vom WhatsApp-Konto einer dir bekannten Person kommen – aber deshalb, weil dieses Konto bereits „gehackt“ und übernommen wurde.

So funktioniert die Falle

Der Link in der Nachricht führt auf eine gefälschte Abstimmungsseite. Dort sieht zunächst alles nach einem normalen Online-Voting aus. Manchmal werden sogar Namen, Fotos und ein knapper Stimmenstand angezeigt, damit die Sache glaubwürdig wirkt und Zeitdruck entsteht.

Spätestens aber bei der angeblichen „Verifizierung“ wirds gefährlich. Die Seite verlangt zum Beispiel:

  • die eigene Handynummer,
  • einen WhatsApp-Bestätigungscode
  • einen Kopplungscode oder
  • das Scannen eines QR-Codes

Das hat mit einer normalen Online-Abstimmung nichts zu tun. Tatsächlich soll dabei ein Gerät der Betrüger mit dem eigenen WhatsApp-Konto verknüpft werden. Denn danach können sie unter Umständen Nachrichten lesen und in deinem Namen an deine Kontakte schreiben!

Die Funktion „Verknüpfte Geräte“ ist grundsätzlich eine normale WhatsApp-Funktion, etwa für die Nutzung am Computer im Browser. Bei diesem Betrug wird das allerdings bitter ausgenutzt und wer unbedacht seine Daten eingibt, ist im schlimmsten Fall seinen WhatsApp-Account los.

Die Nachricht kann auch von Freunden kommen!

Wurde das Konto eines Kontakts bereits übernommen, können die Täter genau diesen Account verwenden, um weitere Personen (auch dich!) anzuschreiben. Das macht die Nachricht besonders glaubwürdig. Wer unsicher ist, ruft den Absender deshalb über das normale Telefonnetz(!!!) an oder fragt persönlich nach – aber nicht ausschließlich im selben WhatsApp-Chat. Denn auf diesen hat die Inhaber:in möglicherweise gar keinen Zugriff mehr.

Was soll ich tun, wenn ich die Nachricht bekomme?

1. Den Link nicht öffnen. Nachricht nicht weiterleiten.

Am besten die Nachricht nicht weiterleiten, nicht beantworten und den Link nicht antippen / anklicken. Wenn du die Nachricht bereits gesehen hast, kannst du sie löschen und die Absender:in über einen anderen Kommunikationsweg(!!!) warnen.

2. Den Absender außerhalb von WhatsApp kontaktieren

Ein kurzer Anruf genügt: „Hast du mir gerade eine Abstimmung geschickt?“

Wenn die Person nichts davon weiß, ist ihr WhatsApp-Konto möglicherweise bereits kompromittiert. Sie sollte dann sofort ihre verknüpften Geräte prüfen und ihre Kontakte warnen.

3. Die Nachricht melden und blockieren

Melde den Chat in WhatsApp als Spam beziehungsweise Betrug (und blockiere die Absender:in, wenn das sinnvoll ist – etwa weil die Nachricht ohnehin von einer Nummer kam, die du nicht kennst). Wichtig ist außerdem, die Nachricht nicht aus Hilfsbereitschaft an andere weiterzuschicken!

Ich habe nur auf den Link geklickt – was jetzt?

Wenn du die Seite nur geöffnet, aber keine Daten eingegeben, keinen QR-Code gescannt und keinen Code bestätigt hast, ist das Risiko gering. Dann machst du folgendes:

  1. Seite sofort schließen.
  2. Nichts weiter anklicken oder herunterladen.
  3. Keine Telefonnummer, Passwörter oder Codes nachreichen.
  4. WhatsApp unter Einstellungen -> Verknüpfte Geräte kontrollieren.
  5. WhatsApp und das Betriebssystem auf den neuesten Stand bringen.
  6. Die Nachricht löschen und den Absender über einen anderen Kanal informieren.

Ein bloßer Klick bedeutet nicht automatisch, dass dein WhatsApp-Konto bereits übernommen wurde. Trotzdem sollte man die verknüpften Geräte kontrollieren, es ist eine gute Gelegenheit alle rauszuwerfen, die man nicht aktiv verwendet.

Ich habe meine Telefonnummer eingegeben

Wenn du nur die Telefonnummer eingetragen, aber keinen Code eingegeben und keinen QR-Code gescannt hast, brich den Vorgang ab und kontrolliere ebenfalls sofort die verknüpften Geräte.

Wichtig: Kommt danach ein WhatsApp-Sicherheits- oder Bestätigungscode, darfst du ihn keinesfalls auf der fremden Webseite eingeben und auch nicht an andere Personen weitergeben.
Solche Codes sind nicht für Abstimmungen gedacht!

Falls du auf der Seite zusätzlich ein Passwort eingegeben hast und dieses Passwort auch an anderer Stelle verwendest, ändere es dort sofort. Verwende künftig für jedes wichtige Konto ein eigenes Passwort!

Ich habe einen QR-Code gescannt oder einen Code eingegeben

Dann solltest du davon ausgehen, dass ein fremdes Gerät mit deinem WhatsApp-Konto verbunden sein könnte. Handle sofort:

1. Verknüpfte Geräte prüfen

  • Öffne WhatsApp.
  • Gehe zu Einstellungen. Bei Android findest du den Bereich über die drei Punkte, bei iPhone über dein Profilbild beziehungsweise die Einstellungen.
  • Tippe auf Verknüpfte Geräte.
  • Melde jedes Gerät ab, das du nicht eindeutig kennst.

Wenn du unsicher bist, kannst du im Zweifel alle verknüpften Geräte abmelden und deine eigenen Geräte danach wieder verbinden.

2. Deine Kontakte warnen

Informiere wichtige Kontakte sofort per Anruf, SMS oder über einen anderen Messenger. Schreibe zum Beispiel:

Mein WhatsApp-Konto war möglicherweise mit einem fremden Gerät verknüpft. Bitte ignoriere Nachrichten von mir, in denen ich um Geld, Codes oder eine Überweisung bitte. Klickt auch nicht auf die Abstimmungsnachricht.

Das ist besonders wichtig, weil die Täter dein Konto verwenden können, um weitere Personen (aus deinen Kontakten aber auch darüber hinaus!) anzuschreiben.

3. Zweistufige Verifizierung aktivieren

Aktiviere in WhatsApp unter Einstellungen → Konto → Verifizierung in zwei Schritten eine PIN und hinterlege eine E-Mail-Adresse zur Wiederherstellung.

Die zweistufige Verifizierung ist ein wichtiger zusätzlicher Schutz. Sie verhindert aber nicht jede bereits bestätigte Geräteverknüpfung. Deshalb müssen unbekannte Geräte trotzdem vorher abgemeldet werden!

Was passiert mit den gekaperten Accounts?

Übernommene WhatsApp-Konten werden im nächsten Schritt häufig dazu verwendet, um Freunde und Verwandte um Geld zu bitten. Es werden Geschichten von einer dringenden Rechnung, einem Problem mit der Bankkarte oder einem akuten Zahnarztbesuch erzählt.

Daher bleib bitte aufmerksam und hör auf dein Bauchgefühl – denn nicht jede Nachricht, die über WhatsApp eintrifft, muss tatsächlich vom vorgeblichen Absender stammen:

  • Niemals Geld überweisen, nur weil die Bitte über WhatsApp kommt.
  • Die Person immer über einen anderen Weg kontaktieren und nachfragen (z.b. anrufen – aber nicht via WhatsApp!).
  • Bei einer bereits veranlassten Überweisung sofort die Bank kontaktieren und versuchen, die Zahlung zu stoppen.
  • Alle Belege sichern und Anzeige erstatten.
  • Die Person warnen, deren Konto dafür missbraucht wurde
    (wie oft hab ich jetzt geschrieben: nicht via WhatsApp!)

Falls du dich nicht mehr in WhatsApp anmelden kannst, weil die Betrüger deine Nummer bereits übernommen haben, gibts zwei Möglichkeiten:

1a: WhatsApp öffnen -> Erneut anmelden > Weiter
Wenn das nicht zur Verfügung steht:

1b: WhatsApp neu installieren: WhatsApp auf deinem Smartphone deinstallieren und neu installieren (und hoffentlich gibts ein hinreichend aktuelles Cloud-Backup deiner Daten, denn danach sind sonst deine Chats und Medien allesamt weg!)

Danach WhatsApp öffnen und
2: Erneut mit deiner Telefonnummer registrieren bzw. verifizieren. Du erhältst dann einen 6-stelligen Code per SMS.

3: Code eingeben: Sobald du den SMS-Code eingibst, wird die Verbindung zu deiner Telefonnummer auf dem Gerät der Betrüger automatisch getrennt.

4: Mit Pech – leider warten: Haben die Betrüger bereits eine eigene PIN für die Verifizierung in zwei Schritten eingerichtet, musst du leider 7 Tage warten, bis du dich ohne diese PIN wieder anmelden kannst. Während dieser Zeit fliegen die Betrüger aber meistens trotzdem aus deinem Account, da sie ohne die erneute SMS-Verifizierung nicht weiterkommen.

Quelle für diesen Prozess: offizielle WhatsApp-Supportseite „Gehacktes Konto wiederherstellen“

Im schlimmsten Fall: WhatsApp-Support einschalten

Wenn du den Zugriff auf dein Konto vollständig verloren hast oder weiterhin Nachrichten in deinem Namen verschickt wurden, nutze die offiziellen WhatsApp-Hilfeseiten und erstatte ggf. Anzeige bei der Polizei. Sichere vorher Screenshots, Telefonnummern, Links und auffällige Nachrichten, wenn das noch möglich ist.

Quellen und weiterführende Informationen

BONUS: Ich hab auf den Link geklickt, damit DU es nicht tun musst

Wenn man auf den Link in der Nachricht klickt (TUT ES BITTE NICHT – schaut euch unten die Screenshots an!!!), kommt man auf eine sehr seriös aufbereitete Website, die vorgibt, von der „Ersten Internationale Ballettschule Prag Liliová 4, 110 00 Prag, Tschechien“ zu sein – die es sogar tatsächlich gibt, aber die von der Aktion wahrscheinlich nix weiß.

Sobald man auf einen der Abstimmungs-Buttons klickt, kommt man auf eine weitere Seite, wo man seine Telefonnummer eingeben soll oder sich den QR-Code zur Verknüpfung des Telefons mit einem Browser anzeigen lassen kann (keine Sorge, wir haben ihn fürs Telefon unlesbar gemacht) – und spätestens jetzt wirds gefährlich, wenn man hier was eingibt oder den QR-Code scannt. Die Folgen lest bitte oben im Artikel nach.

Der technische Aufbau im Hintergrund ist sogar mehrsprachig, im zugehörigen Sprachfile finden sich die Übersetzungen in etwa 40(!) Sprachen, inkl. Georgisch, Isländisch, Baskisch und noch einige Exoten mehr. Die korrekte Sprache wird automatisch aus den Browser-Einstellungen erkannt. So funktioniert diese Gemeinheit in vielen Ländern.

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Ernst Michalek
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